Hohe Praxiskompetenz zum Schulabschluss

praesentation

Montessori-Schüler präsentieren ihre „Große Arbeit“

Die 9. Klässler der Montessori-Schule Bamberg stehen dieses Jahr wieder vor einer besonderen Herausforderung. Zusätzlich zu den Vorbereitungen für die staatlichen Prüfungen für den Quali oder den Mittleren Abschluss, steht für sie die „Große Arbeit“ im Mittelpunkt ihrer Konzentration.

Die „Große Arbeit“ ist ein Projekt, für das die 14-16jährigen Schülerinnen und Schüler sich ein eigenes Thema ihres Interesses aussuchen. Dieses kann aus den unterschiedlichsten Bereichen stammen und beispielsweise künstlerisch, handwerklich oder technisch geprägt sein. Über sechs Monate verbringen die Jugendlichen mit der Umsetzung ihres Vorhabens, der Planung der einzelnen Arbeitsschritte und der benötigten Materialien, dem eigentlichen Herstellungsprozess, der Gestaltung der Dokumentationsmappe und schließlich der Vorbereitung zur Präsentation ihres Themas vor Publikum.

Mit den vielen verschiedenen Facetten ist die „Große Arbeit“ eine Aufgabe, wie sie im echten Leben oder im Beruf häufig vorkommt und an der die Schüler selbständig, eigenverantwortlich und diszipliniert ihr Können auf die Probe stellen.
Damit vereint die „Große Arbeit“ sozusagen alle Fähigkeiten, die die Kinder während ihrer Schullaufbahn erworben haben und gilt als deren feierlicher Höhepunkt.
Der Erfolg der Schulzeit liegt nach Ansicht der Pädagogen somit nicht in der möglichst umfangreichen Wiedergabe von mechanisiertem Auswendiggelernten, sondern in dem Umfang der Erkenntnis dessen, was gelernt worden ist. Die Schüler nehmen neben ihrem fertigen Werk eine Menge Erfahrung und oft auch Stolz und Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten aus ihrer Abschlussarbeit mit.

Unterstützung erhalten sie dabei lediglich von einem Mentor, den sie selbst für ihr Projekt gewinnen müssen und der sie ein wenig auf dem Weg bis zum fertigen Werk mit Fachwissen oder Expertenkönnen begleitet.

Beim Höhepunkt der Arbeit präsentiert dann jeder Schüler sein Werk und beschreibt den Arbeitsprozess. Die Zuschauer erhalten somit eine informative Dokumentation aller Arbeitsschritte, wie z. B. die Materialsuche oder den Werkzeugeinsatz.

In diesem Jahr erfuhren die rund 170 anwesenden Freunde der Montessori-Schule, Eltern, Lehrer , Wirtschaftsvertreter und Politiker bei der Präsentation der Großen Arbeit beispielsweise, wie man ein Hochbeet, ein Longboard,oder einen Brunnen selbst baut, eine Puppe oder ein Kleid näht, ein eigenes Buch schreibt oder „einfache Fotos“ in ein literarisches Kunstwerk verwandelt. Handwerklich anspruchsvoll setzten einige ihre Gestaltungsideen von Tischen um. Auch setzte eine Schülerin ein wirtschaftliches Thema um, für das sie durch verschiedene Aktionen Spenden sammelte und so ein Hospiz unterstützen konnte.

Die zur Präsentation geladenen Gäste zeigten sich von der Veranstaltung begeistert. Wirtschaftsvertreter konnten ich hier ein aussagekräftigeres Bild ihrer möglicherweise künftigen Azubis und deren Arbeitsweise und Persönlichkeit machen, als es in jedem Bewerbungsgespräch möglich wäre.

Wer mehr über die Werke der diesjährigen Großen Arbeit erfahren möchte, hat dazu beispielsweise am Infoabend für die Öffentlichkeit am 24.11.2016 ab 20:00 Uhr am Jakobsberg oder beim Adventsbasar der Sekundarstufe am 01.12.2016 ab 16:30 Uhr am Vorderen Bach 6 die Gelegenheit. Hier werden die oftmals kunstvoll gestalteten Dokumentationsmappen der Schüler ausgestellt.

(Arne Wulff, Stefanie Pscherer)